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Hochtalalm in idyllischer Bergwelt blank
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Esbandlgatnit
Es ist dies die Geschichte vom Esbanlgatnit. Einer Deppenkomödie in einem Akt, in der der Autor dieser Zeilen nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern, die sich leider auch genauso zugetragen hat. Wer wie ich seit Jahren Adoptiv-Bayer ist und daher nie der wunderschönen hiesigen Mundart mächtig werden wird, kennt Situationen wie die nachfolgende vermutlich zuhauf. Und die kleine Geschichte mag ebenso jene versöhnlich stimmen, die sich mit uns weltmännisch daherkommenden Preußen im schönen Bayern herumplagen müssen.

Meine Geschichte erinnert mich an den Lieblingswitz meines Vaters. Der geht so:
Kommt ein Türke in ein Musikgeschäft und fragt den Angestellten: "Haben Sie die Platte "Escalaperty"? "Nein, tut mir leid, mein Herr, den Titel kenne ich nicht", entgegnet der. "Singen sie den Song doch mal an", ermuntert der Verkäufer den Kunden. Darauf holt dieser tief Luft und beginnt: " Escalaperty Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp."

Mein Erlebnis trug sich ebenfalls in einem Geschäft zu. Genauer gesagt an der Kasse eines Supermarktes im beschaulichen Bad Tölz. In der Geräuschkulisse piepsender Kassen und nörgelnder Kleinkinder erhärtete sich in mir der Verdacht, dass die Kassenschlage Nummer 10 mal wieder jene mit dem wenigsten Vorwärtskommen sei.

Unter meinem rechten Arm halte ich ein weithin sichtbares, herrlich orange leuchtendes Kürbisgewächs, die ausschlaggebende Zutat für eine Kürbissuppe.

Position vier in der Kassenschlange einnehmend, schalte ich auf "Standby". Die beiden Wartenden vor mir machen einen ebenso freudlosen Eindruck. Bis sich einer von ihnen umdreht, mein Gartengewächs erblickt und um zwei Monate verfrüht schlussfolgert: "Hä, hä, Halloween, geeh?"

Entgeistert grinse ich ihn an und denke: "Volldepp! Erstaunlich, Du bist eines Fremdwortes mächtig!" Beide Männer grinsen zurück und rücken eine Position vor. Meinen Riesenkürbis lege ich auf dem Laufband ab.

Die beiden können ihre Blicke nicht von meinem Einkauf abwenden und starren zuerst ihn an und dann mich. Mir schießt durch den Kopf: "Unfassbar, die haben niemals zuvor in ihrem Leben einen Kürbis gesehen..." Der Ältere hält es daraufhin nicht mehr aus und wendet sich in einem mir völlig unverständlichem Bayrisch an mich. Ich nicke und grinse friedfertig zurück.

Doch der will es offensichtlich ganz genau wissen, wird eindringlicher und wiederholt: "Esbanlgatnit". Inzwischen nerven mich beide mächtig. Wo stammen die denn her?
Sind die irgendwo desertiert und haben sich nun in Handwerkerkleidung gehüllt, um vom Klinikpersonal schwerer ausfindig gemacht zu werden? Es hilft nix – die lassen ja doch nicht locker. Also entgegne ich in flugs zusammengeschraubten Holperbayrisch:
"Na, i'h mach' a Suppn draus"!

Der Jüngere hält nun nicht mehr an sich und bricht in lautes Lachen aus. Sein Begleiter frohlockt ebenfalls, schüttelt den Kopf, zeigt auf meine orange leuchtende Frucht und wiederholt Stakkato: "DES-BANDL-GEHD-NED. Es mocht a Duilln - Du muaßt as fiere roin!"

Unvermittelt wird eine beachtliche Lücke zwischen meinem Kürbis und den anderen Waren auf dem Rollband sichtbar.

Ich hebe meine rechte Hand zum Dank, feixe grummelnd und rolle den Kürbis weiter in Kassennähe. Dass der Kassenbandmechanismus defekt war, hatte ich nicht bemerkt.

Der Depp war also ich. Alle zukünftigen Kürbisse kauft nun vorsichtshalber wieder meine Frau.

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